Peter Hofelich in Sulz und Vöhringen

Veröffentlicht am 18.01.2012 in Wahlkreis

Wirtschaftsbeauftragter Hofelich findet Interkommunales Gewerbekonzept vorzeigbar

Peter Hofelich, Wirtschaftsbeauftragter für Mittelstand und Handwerk der Landesregierung, hat am Freitag auf Einladung des SPD-Kreisvorsitzenden Klaus Eisenhardt das Gelände des Interkommunalen Gewerbegebiets Sulz-Vöhringen in Augenschein genommen – und das Vorhaben für gut befunden.

„Wir brauchen den guten Kontakt zur Landesregierung“, betonte der Sulzer Bürgermeister Gerd Hieber zwischen Orkanböen auf der Grenze von Sulz und Vöhringen. Man hat sich zwar noch nicht so recht dran gewöhnt, dass ein Gesandter der Landesregierung von SPD-Stadtrat Klaus Schätzle und SPD-Ortsvereins-Chef Klaus Eisenhardt begleitet wird, doch auch der SPD-Experte Peter Hofelich hatte offene Ohren für die Belange ländlicher Kommunen.

Die Bürgermeister Stefan Hammer und Gerd Hieber zeigten dem Wirtschaftsbeauftragten das etwa 34 Hektar große Gelände zwischen dem Sulzer Gewerbegebiet Kastell und der alten Vöhringer Ziegelei, deren knapp zehn Hektar Tonabbaufläche Teil des geplanten Interkommunalen Gewerbegebiets sein werden. Schützenswerte Flora und Fauna auf der Brachfläche machen die Erschließung aber nicht einfacher, auch wenn mit der Naturschutzbehörde beim Landratsamt schon Lösungen abgesteckt wurden. Auf Sulzer Gemarkung geht es derweil um Ackerland, durchschnitten von einer Hochspannungsleitung der Bahn, die höher gehängt werden soll. „Diese Nüsse sind knackbar, jetzt geht es darum, einen Zweckverband zu gründen“, brachte Hieber den Gast auf den aktuellen Stand.

Hofelich indes zeigte sich angetan. Seine Landesregierung wolle weiterhin interkommunale Projekte fördern, vor allem solche entlang wirtschaftlich interessanter Achsen durchs Land. Eine solche Achse stellt bei Vöhringen die Autobahn dar, und drunten verläuft bekanntlich die Gäubahn durchs Neckartal, die demnächst ausgebaut werden könnte, so Hofelich.

„Gäubahn – das hört sich immer so niedlich an“, dabei sei das eine unglaublich wichtige Strecke und ganz klar ein Standortfaktor, bestätigte Hieber. Vor allem aber zählt natürlich die Autobahn. Das hatte sich besonders eindrucksvoll durch das Interesse der Daimler AG am „Regionalen Gewerbegebiet“ gleich neben dem geplanten „Interkommunalen Gewerbegebiet“ gezeigt. Das Daimler-Prüfzentrum soll nun in Immendingen entstehen. Und den Sulzern und Vöhringern fehlt die erhoffte Magnetwirkung. „Ihnen fehlt der große Fisch, der die anderen anzieht“, bestätigte Hofelich und macht Mut: Daimler gebe es im Land zwar nur einmal, aber es passiere da schon immer mal wieder was …

Mit Blick aufs Interkommunale Gewerbegebiet berichtete Hammer, dass in Vöhringen der Aussiedlungsdruck aus der Ortslage nicht groß sei, weil die beiden großen Unternehmen bereits ausgesiedelt sind. Es gebe aber immer Anfragen nach Gewerbeflächen von außen, was auch Kollege Hieber aus Sulz bestätigte. Dort bestehe aber auch Bedarf von innen. Manchen Gewerbebetrieben werde es schon wieder zu eng.

Um attraktiv für Gewerbebetriebe zu sein, wolle man mit den Grundstückspreisen im Interkommunalen Gewerbegebiet unter 50 Euro pro Quadratmeter bleiben, so Hieber. Ohne Zuschüsse – zum Beispiel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum – sei das kaum zu machen, gab er dem Mann vom Wirtschaftsministerium mit, der in Sachen Gewerbe aber auch den Kontakt zu anderen Ministern hält – Umwelt oder Ländlicher Raum etwa.

Hieber und Hammer klagten, dass gerade das Regierungspräsidium Freiburg oft recht träge sei. Beim Blick in den Nachbarregierungsbezirk Tübingen müsse man sich die Augen reiben, was da alles möglich ist, so Hammer: „Man würde ja gerne auf die Bevorratung von Gewerbeflächen im Flächennutzungsplan verzichten, wenn man bei konkretem Bedarf schnell reagieren könnte …“

Hieber referierte auch über die Strukturprobleme der Auspendlerstadt Sulz, die mit ihren nur 3300 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen viel zu wenig Steuereinnahmen erwirtschafte. Vor allem attraktive Jobs für Akademiker fehlen. Ausbluten nennt es Stadtrat Klaus Schätzle, wenn jedes Jahr 80 bis 90 Prozent der Schulabgänger die Stadt verlassen.

Energie-, Umwelt-, Mobilitätstechnologie, aber auch Medizin-, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Neue Medien seien Wirtschaftszweige, welche die Landesregierung fördern will, erklärte Hofelich. Da könnten sich also Möglichkeiten auftun, anspruchsvolle und gut bezahlte Arbeitsplätze nach Vöhringen und Sulz zu holen. Ein auch für Akademiker attraktives Umfeld mit viel Natur aber auch gut binnen der magischen halben Stunde erreichbaren kulturellen Angeboten haben die Nachbargemeinden ohnehin vorzuweisen, wenngleich es noch am Marketing hapert, gestand Hammer.

Fürs Standortmarketing hingegen stellte der Wirtschaftsbeauftragte Unterstützung des Landes für ein so interessantes Projekt in Aussicht. „Das kann man ins Schaufenster stellen“, so Hofelich über die Sulzer Methode, in den Neckarwiesen innerörtlich zu verdichten und extensiv ein interkommunales Projekt zu verfolgen.

 
 

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