SPD Oberndorf

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Integration als zentrale Zukunftsaufgabe

Veröffentlicht am 31.12.2025 in Wahlkampftagebuch

Ali Zarabi (rechts) tauschte sich mit den Teilnehmern eines Integrationskurses der Volkshochschule Sulz a.N. aus.

SPD-Landtagskandidat Ali Zarabi im Austausch mit Teilnehmenden eines Integrationskurses in Sulz

Kreis Rottweil / Sulz. Migration und Integration gehören zu den drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Politik steht vor der Aufgabe, Integration verlässlich, wirksam und menschenwürdig zu gestalten. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigte ein Besuch des SPD-Landtagskandidaten Ali Zarabi in einem Integrationskurs der Volkshochschule Sulz. Begleitet wurde er von Klaus Schätzle.

Zarabi, selbst ehemaliger Flüchtling, nutzte den Termin, um sich ein Bild von den Bedingungen im Kurs zu machen und direkt mit den Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen. Menschen aus Rumänien, Polen, der Ukraine, Kenia und Syrien berichteten offen über ihre Erfahrungen, Sorgen und Erwartungen an Politik und Verwaltung.

Im Mittelpunkt stand dabei auch Zarabis eigener Lebensweg. Auf die Frage, wie ein gebürtiger Afghane zum Landtagskandidaten im Kreis Rottweil werde, antwortete der 23-Jährige: „Schon 2014, mit 14 Jahren, habe ich beschlossen, aktiv zu werden und etwas von der Unterstützung zurückzugeben, die ich selbst erfahren habe.“ Seine ersten Schritte in der deutschen Gesellschaft habe er im Ringerverein AB Aichhalden gemacht – zunächst als Sportler, heute als ehrenamtlicher Kampfrichter. Engagement in Vereinen sei für ihn bis heute ein zentraler Schlüssel gelungener Integration.

Gleichzeitig hörte Zarabi genau zu. Auf seine Frage „Was raubt euch den Schlaf?“ schilderte eine alleinerziehende Mutter ihre existenzielle Not nach einem Umzug nach Sulz. Schwierigkeiten mit dem Jobcenter, Sprachbarrieren und fehlende Unterstützung hätten dazu geführt, dass sie aktuell nicht wisse, wie sie den Monat finanziell überstehen solle. „Leider versteht das Jobcenter meine Lage nicht – und ich verstehe ihre Probleme auch nicht“, sagte die sichtlich bewegte Frau.

Zarabi zeigte sich betroffen: „Es darf nicht sein, dass Menschen in unserem Sozialstaat von Hunger bedroht sind, weil sie die Sprache der Behörden nicht verstehen – und umgekehrt.“ Er lud die Verantwortlichen zu einem offenen Austausch ein, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. „Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, dass niemand durch sprachliche oder bürokratische Hürden durchs Raster fällt.“

Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt wurde thematisiert. Ein junger Mann aus Afrika berichtete, dass er trotz großer Motivation nicht arbeiten dürfe und auf Bewerbungen keinerlei Rückmeldungen erhalte. Zarabi kritisierte dies deutlich: „Es ist der völlig falsche Weg, Menschen, die arbeiten wollen, daran zu hindern. Wir brauchen ein einheitlich reformiertes Arbeitsrecht für Geflüchtete, das schnelle Zugänge in Beschäftigung ermöglicht.“

Zum Abschluss fragte eine Mutter aus Rumänien, welchen Rat Zarabi ihrem 13-jährigen Sohn mit auf den Weg geben würde. Seine Antwort fiel klar aus: „Er sollte unbedingt Mitglied in einem Verein werden. Integration gelingt dort am besten. Vereine schaffen Gemeinschaft, Verantwortung und Zugehörigkeit – bei mir im Ringerverein AB Aichhalden und im SPD-Ortsverein Schramberg hat genau das funktioniert.“

Der SPD-Kreisvorsitzende Mirko Witkowski unterstreicht die Bedeutung solcher Begegnungen: „Integration entscheidet sich nicht in abstrakten Debatten, sondern im direkten Kontakt mit den Menschen. Wer zuhört, erkennt schnell, wo Strukturen versagen. Der Besuch in Sulz zeigt, wie dringend wir Integration pragmatisch, sozial und fair weiterentwickeln müssen – im Interesse der Betroffenen und unserer gesamten Gesellschaft.“ Der Besuch machte deutlich: Integration bleibt eine große Baustelle – aber eine, die mit Offenheit, klaren Regeln und gegenseitigem Respekt erfolgreich gestaltet werden kann.

 

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