„Der Unterdrückung die Stirn bieten”

Veröffentlicht am 28.01.2019 in Allgemein

Beim gemeinsamen Treffen der Jusos mit der Alevitischen Jugend ging es um Religion und Politik

Kreis Rottweil (pm) – Am letzten Sonntag trafen sich der Juso-Kreisverband Rottweil und die Alevitische Jugend Villingen-Schwennigen in deren Räumen zu einem Gesprächsnachmittag. Dies teilen die Jusos (die Nachwuchsorganisation der SPD) in einer Pressemitteilung mit.

Dabei wurden vielfältige Themen angesprochen und angeregt diskutiert. Nachdem sich zunächst beide Gruppen persönlich und institutionell vorgestellt hatten, wurde der alevitische Glaube von der Vorsitzenden Selina Dogan, sowie deren Stellvertreterin Helin Tufan ausführlich beschrieben. So gibt es beim Alevitentum zwar einen gemeinsamen Weg, aber viele Pfade, wobei sich das Göttliche in allen Lebewesen manifestiert. Auch sind aufgrund der ständigen Unterdrückung keine schriftlichen Aufzeichnungen überliefert, sondern das Wissen wurde in Liedern und Gedichten weitergegeben. Diese erstaunliche und facettenreiche Geschichte faszinierte die Jusos, gerade im Hinblick auf die stetige Unterstützung der Unterdrückten. Seien es in der Türkei die, für ihre Rechte protestierenden, Kurden oder in Deutschland, die um gesellschaftliche Anerkennung werbende, LGBTQ Gemeinschaft. Immer standen die Aleviten an ihrer Seite und unterstützten sie in ihren Bemühungen, wobei sie dadurch oft selbst Opfer von Repressionen wurden.

Auch wurden die Unterschiede in der Ausübung ihres Glaubens in der Türkei und in Deutschland bei dem Gespräch beleuchtet, wo große Unterschiede zum Vorschein kamen. So gibt es hier in Deutschland dank Meinungs- und Religionsfreiheit keine Einschränkungen. Betrachtet man die Türkei, ist es für sie häufig problematisch, ihre religiösen Bräuche und Ansichten zu vertreten. Daher kann das Alevitentum weniger als Religion gelebt werden, sondern eher als ethnische Zugehörigkeit gelten. Vielfach wurde in der Türkei Druck ausgeübt, sich zum Islam zu bekennen, so dass eine Verschmelzung dort verbreitet ist. Dies führte auch dazu, dass viele Aleviten kein oder kaum Wissen über ihre Religion haben. Hier in Deutschland wird diese Verschmelzung gelöst, die Aleviten können „die Maske abnehmen“.

Gerade im Vergleich zur Türkei sind sie mit der politischen Situation in Deutschland zufrieden, was auch durch einige alevitische Bundestagsabgeordnete, wie die Sozialdemokratin Elvan Korkmaz, gestärkt wird. Aber es gibt auch ein großes Interesse an der politischen Lage und Entwicklung in der Türkei, da noch immer viele Verwandte dort leben.

Mit der gegenseitigen Zusage sich gerne bei zukünftigen Aktivitäten zu unterstützen endete ein interessanter Besuch der viele neue Eindrücke und Blickwinkel auf beiden Seiten hinterließ.

 
 

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