Besuch bei der Firma Tontarra Medizintechnik in Wurmlingen

Veröffentlicht am 24.09.2021 in Wahlkreis

Mirko Witkowski (rechts) und Georg Sattler (links) im Gespräch mit Frank Mattes (2vr) und Alberto Petrella (2vl).

Vor über 50 Jahren hat die Firma Tontarra Medizintechnik mit Sitz in Wurmlingen damit begonnen, chirurgische Instrumente herzustellen. Mittlerweile vertreibt die Firma über 20 000 Produkte, die beispielsweise in der Offenen Chirurgie und im Bereich Endoskopie eingesetzt werden. Seit der Corona-Pandemie bietet Tontarra auch Luftreiniger für Kliniken, Schulen, Kommunen und die Industrie an. SPD-Kandidat Mirko Witkowski besuchte die Firma und kam mit der Geschäftsleitung über aktuelle Herausforderungen ins Gespräch.

Schnell kam das Gespräch auf die Europäische Medizinprodukteverordnung (MDR), die viele Medizintechnikfirmen vor große Herausforderungen stellt. „Wir sind ein Betrieb mit rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wovon zwischenzeitlich 9 allein für die Erfüllung der regulatorischen Anforderungen im Qualitätsmanagement und Regulatory Affairs zuständig sind und die Umsetzung der geforderten Zertifizierungen aller Produkte, also auch der bereits seit vielen Jahren etablierten Bestandsprodukte, vornehmen“, erklärten Geschäftsführer Frank Mattes, Alberto Petrella und Vertriebsmitarbeiter Marcel Marusits. Die Zertifizierungsprozesse seien sehr aufwändig, zeit- und kostenintensiv und für ganz kleine Betriebe kaum zu schaffen. Tontarra zähle mit seinen rund 150 Mitarbeitern schon zu den größeren Unternehmen. Man habe in den vergangenen Jahren viel investiert, um die Verordnung entsprechend umsetzen zu können. „Wir sehen aber mit Sorge, dass durch die neue Medizinproduktverordnung Nischenprodukte vom Markt verschwinden und es zu einer Verschlechterung der Patientenversorgung kommt.“, sind sich die drei einig. Schon jetzt gebe es z.B. Kinderärzte, die Alarm schlagen, da ihnen wichtige Materialien fehlen würden. Für Tontarra selbst ist es derzeit schwierig, die Lieferantenzertifizierung vorzunehmen. „Wenn die Zulieferer die benötigten Dokumente nicht bringen, können wir nicht weiter mit ihnen zusammenarbeiten. So brechen Produkte weg, die aber dringend benötigt werden“, informieren die drei Firmenvertreter.

SPD-Bundestagskandidat Mirko Witkowski sieht in der neuen Verordnung die großen Schwierigkeiten in der Umsetzung. „Wenn man eine Verordnung neu fasst, müssen davor auch die Praktiker dazu gehört werden“ , so Witkowski. Eine Fristverlängerung für die Klasse 1 Produkte sei aus seiner Sicht nötig. Auch fehle es an einer „Tauglichkeitsprüfung“ vor der Umsetzung.

Als weiteres Thema gingen die Firmenvertreter schließlich auf die Luftreiniger für Kliniken, Schulen, Kommunen und die Industrie ein. Aus den Krankenhäusern wisse man, dass diese Luftreiniger helfen würden, die Virenlast in den Klassenräumen deutlich zu reduzieren. Frank Mattes zeigte sich jedoch über die Diskussion und die langen Entscheidungswege der Schulen und Kommunen überrascht. „Insgesamt müssen wir einfach schneller werden“, war Frank Mattes überzeugt.

 
 

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