Licht und Schatten – Geschichte der SPD von den Anfängen bis zur Gegenwart

Veröffentlicht am 15.03.2013 in Arbeitsgemeinschaften

Konstanze Wegner bei ihrem Referat im "Kreuz" auf dem Sulgen.

Schramberg (erk). Wo Licht ist, ist auch Schatten“ - diese Aussage zog sich wie ein roter Faden durch den Vortrag von Konstanze Wegner zur 150-jährigen Geschichte der SPD. Die Historikerin hatte in der gut besuchten Auftaktveranstaltung der SPD-Frauen zum Jubiläumsjahr kompetent und engagiert Leistungen und Fehler der Partei aufgezeigt und verdeutlicht, dass man nur aus der Kenntnis der eigenen Vergangenheit Orientierung für die Zukunft gewinnen kann.

In einem ersten Teil ging sie auf die Entstehung der Partei, die Zeit der Reichsgründung und die Rolle der SPD im Kaiserreich ein. Durch die Zusammenführung des Arbeitervereins um Ferdinand Lassalle und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei um Bebel und Liebknecht zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands 1875 kam es zum Gothaer Programm, dessen Inhalt 1878 zum Sozialistengesetz führte, 12 Jahre galt und der Partei ein Organisationsverbot, Ausweisungen und Inhaftierungen bescherte.

Von 1890 bis 1914 stieg die SPD zur stärksten Kraft im Reichstag auf. Die Referentin hob hervor, dass die Partei in der Verfolgungszeit eine enorme moralische Kraft bewiesen hatte und gemeinsam mit den Gewerkschaften viele sozialpolitische Verbesserungen erreichte, letztlich aber friedlich und solide an der Verbesserung des bestehenden Systems gearbeitet hat.

Die Frage der Kriegskredite spaltete die Partei in KPD, USPD und MSPD, die Arbeiterbewegung als drei rivalisierende Gruppen auf dem Weg in die Weimarer Republik.

Aus der Weimarer Zeit bleiben wenige dauernde sozialpolitische Errungenschaften, wie das Betriebsrätegesetz und der Acht-Stunden-Tag. Gegenüber dem sich ausbreitenden Nationalsozialismus blieb der sozialdemokratische Widerstand ein Licht im dunkel von Anpassung, Wegsehen und Verbrechen.

Nach dem historischen Bereich ging Konstanze Wegner vor allem auf die Zeit ab 1945 ein, in der die Neugründung durch Kurt Schumacher erfolgte. Eine ab 1953 eintretende Diskussion über die Ziele und die Arbeit der Partei mündete 1959 im Godesberger Programm, in welchem die SPD erstmals als Volkspartei definiert wurde. Über die Große Koalition erfolgte die Regierungsverantwortung unter Willy Brandt und Helmut Schmidt, mit vielen sozialpolitischen Verbesserungen und einer auf Versöhnung ausgerichteten Ostpolitik.

Eine der Schattenseiten dieser Epoche – so die Referentin – war die Vernachlässigung der Ökologie, was zur Entstehung der Grünen führte. Das Ende der sozialliberalen Koalition, letztlich herbeigeführt durch die FDP, führte zu 16 Jahren Opposition. Lichtblicke aus de Zeit waren die endgültige Abkehr vom Atomkurs, die Förderung alternativer Energien und vor allem ein Umdenken in der Außenpolitik. Doch die SPD hatte kein Rezept zur Lösung der Hauptprobleme Massenarbeitslosigkeit und Staatsverschuldung.

Nach dem überzeugenden Wahlsieg blieb die Partei bis 2005 unter Gerhard Schröder in Regierungsverantwortung. Neben der mutigen Entscheidung, den USA die Gefolgschaft im Irakkrieg zu verweigern gab es auch Negatives, hier stach die Unausgewogenheit der HartzIV Regelung hervor. In der großen Koalition wurde die SPD mit ihrem schlechtesten Wahlergebnis abgestraft und jetzt in der Opposition sieht die Referentin die SPD eingeklemmt zwischen den Grünen und der Linkspartei.“Für 2013 muss die SPD eine Rot-Grüne Mehrheit als Ziel haben, auf keinenFall eine Große Koalition, das hatten wir schon mal“, meinte Konstanze Wegner abschließend und mahnte, sich auf wenige, zentrale Forderungen, vor allem der Frage der „sozialen Gerechtigkeit“zu beschränken.

Bevor die ASF-Vorsitzende Hildegard Klaussner die Diskussionsrunde eröffnete, bedankte sie sich für den großartigen Vortrag in welchem man die Kenntnisse der Historikerin und die Erfahrungen einer langjährigen Bundestagsabgeordneten wiedergefunden habe.

Soziale Gerechtigkeit muss ganz vorne stehen, wenn die SPD in den Wahlkampf zieht, sozialdemokratische Inhalte müssen für die Wähler erkennbar sein, dies war hauptsächlich Gegenstand der Diskussionsrunde. Hierzu gehöre ein gerechtes Bildungssystem, Mindestlöhne und Renten, mit denen man in würde leben könne.

Wenn das Ziel im September rot-grün sei, dürfe man allerdings im Hinblick auf die Mehrheitsverhältisse rot-rot-grün nicht von vorneherein kategorisch ausschließen sondern schauen, wo es Schnittmengen gebe, so die Meinung von Elke Ringl-Klank.

 
 

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