Gerrnot Erler

Veröffentlicht am 01.07.2018 in Veranstaltungen

Gernot Erler. Foto & Bericht : Reinauer Schwabo 24.06.2018

Russland-Experte Gernot Erler legte seine Sicht über das Verhältnis Russlands mit Europa und Deutschland dar. Ins Bonhoeffer-Haus hatte der Orts- und Kreisverband der SPD eingeladen.

Gernot Erler, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, ging zuerst auf die Wahlen in Russland ein. Putin sei so beliebt, weil er für ein starkes Russland stehe. 65 Prozent der Russen hätten immer noch den Westen als Feindbild, sagte Erler. Von 2003 bis 2006 war er der erste Russlandkoordinator der Bundesregierung unter Außenminister Joschka Fischer, von 2005 bis 2009 Staatsminister im Außenministerium.

Die schlimme Krise zwischen Russland und dem Westen gelte aber nicht für die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland. Diese seien stabil. Deutschland beziehe zum Beispiel ein Drittel des Bedarfes an Öl und Steinkohle aus Russland. Auch im gesellschaftlichen Bereich seien die Beziehungen erfolgreich, im Studenten-Austausch, in kulturellen Programmen und Aktivitäten.

Einen großen Teil seines Vortrags widmete er dem Thema Entfremdung. Der Westen habe sich nach der Auflösung der Sowjetunion um ein gutes Verhältnis bemüht und fühlte sich als fairer Partner.

 

Doch Russland sehe das nicht so. So entstehe eine Entfremdung. Die Wahrnehmung der Russen sei, dass der Westen immer nur gegen sie arbeite, was nicht der Fall sei, so Erler, der selbst daran beteiligt ist, die Beziehungen zu Russland zu verbessern. Die Entfremdung müsse aufgearbeitet werden, das könne aber Jahre dauern.

Er führte als Beispiel Cyberangriffe an, diese hätten den Westen verärgert und zur Entfremdung beigetragen. Als Beispiel für das negative Gesamtbild von Russland nannte er den Giftgasangriff auf Syrien in diesem Jahr. Man habe aber keine Beweise, dass der Angriff von Russland ausgeführt wurde, sondern nur eine "Plausibilitätskette".

Für die Zukunft prognostizierte Erler eine "multipolare Weltordnung" (eine Weltordnung, in der die Macht ausgeglichen ist). Es werde neue Werte geben, so der Experte. Doch erst einmal müsse die EU ihre Probleme lösen.

Eine lebhafte Diskussion über die Weltpolitik schloss sich an.

 
 

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