SPD Oberndorf

SPD Oberndorf

100 Jahre SPD Oberndorf am Neckar

Veröffentlicht am 24.05.2008 in Ortsverein

Festakt zum SPD-Jubiläum / Landrat würdigt die Arbeit von Klaus Kirschner
Von Jens Sikeler
Oberndorf. Naürlich stand der SPD Ortsverein Oberndorf beim Festakt zum eigenen 100-jährigen Jubiläum im Mittelpunkt. Dass die meisten Reden auch eine kleine Laudatio für Klaus Kirschner waren, verwundert allerdings nicht. Schließlich scheidet das prominenteste Gesicht der Oberndorfer nach 30 Jahren aus dem Bundestag aus.
Zumal die Geschichte des Ortsvereins seit 38 Jahren mit der von Kirschner verknüpft ist. So lange ist Kirschner nämlich SPD-Mitglied. Immerhin 18 Jahre lang war er auch Vorsitzender der Oberndorfer Genossen. Und damit war die Geschichte des Ortsvereins, die er in seiner Festrede zusammenfasste, auch seine eigene Geschichte.
Nicht immer waren die letzten hundert Jahre im Rückblick so komisch wie im Bundestagswahlkampf 1969. Da waren die Genossen mit einem Lautsprecherwagen in Beffendorf unterwegs. Das ging einem Bauern so auf den Keks, wie Kirschner sich erinnerte, dass er zur Mistgabel griff. Kaum zu glauben, dass Beffendorf mit der aktuellen Vorsitzenden des Ortsvereins Ruth Hunds heute eine rote Ortsvorsteherin hat. Das untermauert aber auch, was Kirschner in seiner Rede aufzeigte, die SPD ist in Oberndorf mittlerweile etabliert.
Kirschner konzentrierte sich in seinem Rückblick auf die Personen, die SPD geprägt haben. Etwa Gotthold Scharr den ersten Vorsitzenden des Ortsvereins, oder Friedrich Wurster, der für seine Überzeugungen während der NS-Diktatur ins Konzentrationslager ging. Der erste Vorsitzende nach dem Krieg hieß Andreas Singer.
Was manchmal auch bedeuten konnte ein Genosse zu sein, machte der stellvertretende Landesvorsitzende des SPD Richard Leibinger deutlich. Für ihre Überzeugungen seien Sozialdemokraten seien Genossen immer wieder mit ihrem Leben eingestanden. Leibinger vertrat den verhinderten Wolfgang Drexler.
Die Sozialdemokratie habe stets für diejenigen gestritten, die nicht im Sonnenschein des Lebens standen, fasste Landrat Wolf-Rüdiger Michel seine Sicht des Kerns sozialdemokratischer Arbeit zusammen. Beeindruckt hat den Landrat offensichtlich auch Klaus Kirschner. Jedenfalls äußerte er sein Bedauern über das Ausscheiden Kirschners und lobte die hervorragende Zusammenarbeit. Bürgermeister Hermann Acker legte seinen Fokus mehr auf die Kommunalpolitik. Und so lobte er vor allem das Engagement der Genossen im Gemeinderat.