SPD/Buntspecht stimmt dem Haushalt einstimmig zu

Veröffentlicht am 25.01.2018 in Fraktion

Tanja Witkowsk

Schramberg (wit). Der Haushaltsplan der Stadt Schramberg für das Jahr 2018 ist beschlossen. Mit breiter Mehrheit hat der Gemeinderat das Zahlenwerk beschlossen. Die Fraktionsgemeinschaft SPD/Buntspecht hat geschlossen zugestimmt. Hier die Haushaltsrede unserer Fraktionsvorsitzenden Tanja Witkowski, die sie am Donnerstag, 25 Januar 2018, gehalten hat.

Sehr geehrter Herr Herzog,

liebe Gemeinderatskolleginnen und Kollegen,

liebe Verwaltungsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

meine Damen und Herren,

 

„Kurz vor dem Höhenflug“ steht Schramberg, wenn man dem Artikel aus dem Schwarzwälder Boten vom 29.12.2017 Glauben schenken darf.

 

In diesem wird aus astrologischer Sicht die Geburtsstunde der Stadt Schramberg zum Anlass genommen, um über Entwicklungen und Potentiale der Stadt für das Jahr 2018 zu spekulieren und einen Blick in die Sterne zu riskieren.

 

Über eine Analyse der Tierkreiszeichen der Stadt gelangt der Astrologe zum Ergebnis, dass die Stadt sich in seiner Geschichte zwischen Ordnung und Chaos bzw. Realität und Intuition bewegt hat und wir uns alle nicht von Träumen und Fantasien leiten lassen sollen.

 

Nun meine Damen und Herren, als ich diesen Artikel gelesen habe, musste ich schmunzeln und hab mich ein bisschen in die 80 er Jahre versetzt gefühlt. Damals schaute meine Mutter immer die Astro-Show mit der Astrologin Elizabeth Teissier. Ich war damals vielleicht 7 oder 8 Jahre alt und hab manchmal mitgucken dürfen. Verstanden hab ich wohl nicht viel davon. Doch was mir hängen blieb, war eine gewisse Faszination für das Unerklärliche und die Neugier auf die geheimnisvollen Deutungen, die man immer so hindeuten konnte, wie es gerade reingepasst hat.

 

Diese Gedanken von damals waren mir beim Lesen des astrologischen Jahreshoroskops für die Stadt Schramberg plötzlich wieder sehr präsent.

 

Es ist ein Horoskop, bei dem alles passend gemacht werden kann, je nach dem aus welcher Sicht man das sieht. Mal fällt das Horoskop positiv, mal weniger positiv aus. Mal so, mal so eben. Das kann ganz nett sein, aber auch nicht mehr.

 

Es geht mir darum, ein realistisches Bild von Stadtentwicklung und dem Potenzial unserer Stadt entstehen zu lassen. Die Entwicklung einer Stadt steht eben genau nicht „in den Sternen“ und kann auch nicht mit einfachen Worten in einem astrologischen Geburtshoroskop erklärt werden.

 

Wenn es darum geht, wie sich eine Stadt entwickelt und welche Potenziale sie hat, brauchen wir objektive und nachvollziehbare Methoden und Instrumente, mit denen die Stadt systematisch beschrieben und untersucht wird.

 

Ein sehr objektives und nachvollziehbares Instrument einer Stadt ist der Haushaltsplan eines Jahres. Darin finden wir Zahlen, Daten, Fakten, die darstellen wo Schramberg steht, was geplant ist und wohin sich die Stadt entwickeln wird. Der echte und reale Haushaltsplan für das Jahr 2018 soll deshalb jetzt an die Stelle von „Was sagen die Sterne“ rücken.

 

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass unsere Fraktionsgemeinschaft sich nun lieber intensiv um das rekordverdächtige Zahlenwerk der Stadt Schramberg für das Jahr 2018 kümmert und ich nur ab und zu mal einen kleinen Schlenker in die Welt der Sterne mache, weil die dortigen Deutungen vielleicht gerade gut reinpassen oder weil ich mich an manchen Stellen auch von entsprechenden Deutungen distanzieren möchte, schließlich hat Kommunalpolitik im Normalfall wenig mit Sternendeuterei und Kaffeesatzleserei zu tun, auch wenn das vielleicht dem ein oder anderen manchmal so vorkommt.

 

Der Haushalt 2018 - ein Zahlenwerk mit 349 Seiten und schon wieder mit neuen Rekordzahlen. Dass dieser Plan so vor uns liegt, ist der Arbeit unseres Kämmerers Rudi Huber und seinem Team zu verdanken. In diesem Jahr möchte ich aus diesem Team unseren besonderen Dank an Manuela Götze und Michael Moosmann richten. Sie haben das fast unmögliche geschafft- Sie haben Herrn Huber in seiner Abwesenheitsphase vertreten und uns den Haushalt sehr verständlich und anschaulich nahe gebracht. Herzlichen Dank dafür.

 

Gleichzeitig gilt unser Dank Ihnen, Herr Oberbürgermeister Herzog, und dem gesamten Rathausteam für viele vorbereiteten Vorlagen, Protokolle, Fachvorträge und vieles mehr. Bedanken möchte ich mich auch bei unseren Gemeinderatskolleginnen und Kollegen. Wir haben im vergangenen Jahr einiges vorangebracht und in der Sache meistens konstruktiv diskutiert.

 

Nun zum Haushalt: Es wird einem fast schwindelig, wenn man die Erträge und Aufwendungen im Gesamtergebnishaushalt in Höhe von über 58 Millionen Euro sieht. Unglaublich ist auch der ungebrochene Fluss von Gewerbesteuern. So lagen diese zum 30. September 2017 bei knapp 30 Millionen und damit wieder weit über dem Vorjahresergebnis, bei dem wir ja schon von einem Rekordergebnis sprachen.

 

Also- alles in allem- auf den ersten Blick gibt es keinen Grund zur Sorge- vielmehr können wir für 2018 von einer guten Ausgangsposition sprechen. Darin sind wir uns wohl über alle Fraktionen und Gruppen hinweg im Gemeinderat zunächst einig.

 

So begrüßen wir es ausdrücklich, dass der Gemeinderat in einem überfraktionellen Antrag an die Verwaltung, der auch von den drei Stadtverbänden unterstützt wurde, als einer der ersten Schritte bei den Haushaltsberatungen die Kürzungen der Vereinszuschüsse zurückgenommen hat. Hier wird deutlich, dass uns im Gemeinderat das Ehrenamt wirklich wichtig ist und wir, wenn es die Haushaltslage grundsätzlich ermöglicht, auf Seiten der Vereine sind. Schramberg wäre ohne die zahlreichen und unermüdlich ehrenamtlich Aktiven lange nicht so agil und lebendig. Ein Stadtfest, wie wir es im September zusammen feiern durften, aber auch etliche andere Veranstaltungen gingen ohne unsere Vereine nicht. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich noch einmal bei allen Vereinen und Aktiven in der Gesamtstadt bedanken.

 

Für absolut gelungen, halten wir die Initiative der Stadtverwaltung, sich für eine der Landesgartenschauen in den Jahren 2026 bis 2030 zu bewerben und hierfür Geld im Haushalt einzustellen. Es ist aus unserer Sicht richtig und identitätsstiftend, unsere vielen guten begonnenen Projekte in der Stadt zu bündeln und zu einem Gesamtkonzept zusammenzuführen. Viele stadtentwicklungsrelevante Themen können hier neu beleuchtet und in einem größeren Zusammenhang gesehen werden.

 

Themen, wie Mobilität, Natur und Umwelt können eine neue Qualität erhalten. Getreu unseres Mottos „zwischen Tradition und Innovation“ können wir unser attraktives Städtchen zwischen Hightech und Schwarzwaldtradition positiv präsentieren und unsere vielen Stärken herausstellen. So hoffen wir, dass unsere Bewerbung erfolgreich sein wird. Schon jetzt gilt unser Dank Rudolf Mager und seinem Team, das in kürzester Zeit die Bewerbung auf den Weg gebracht hat. Und ganz gleich, wie diese Bewerbung ausgeht, schon jetzt ist ein Aufwind zu spüren. Die Bürgerschaft hat Lust, sich mit Ideen und eigenen Gedanken einzubringen. Wir haben ein positives Bild davon, wo Schramberg in 10 Jahren stehen kann. Bewahren wir uns diesen Spirit und machen was daraus. Lasst uns am Ball bleiben, denn es ist „Zeit, dass sich was dreht“.

 

Unsere Fraktionsgemeinschaft verbindet mit der Bewerbung um die Landesgartenschau gleichzeitig auch die Hoffnung, dass Umweltthemen wieder stärker in den Fokus unseres Handelns gerückt werden. Aufwendungen für Natur und Umwelt werden unserer Sicht nach im aktuellen Haushalt nicht genügend berücksichtigt. Dies zeigt sich beispielsweise an der Diskussion um den Ankauf von Ökopunkten aus anderen Kommunen, deren Ökobilanz wir dadurch verbessern würden. Dies lehnen wir als SPD/Buntspechtlerinnen ab.

 

Es zeigt sich aber auch darin, dass es uns nicht gelingt, Neubaugebiete so zu planen, dass sie wenigstens Ansätze von ökologischem und nachhaltigem Bauen enthalten müssen. Auch sind Konzepte der Wohnbauverdichtung und innovative, ökologisch bedeutsame Wohnbauprojekte bei uns in Schramberg noch nicht so vermarktungsfähig, wie wir uns das für die Zukunft wünschen.

 

Wie wichtig die Verknüpfung von intakter Landschaft und modernem Stadtleben ist, zeigen uns aktuelle Großwetterlagen. Bereits zum Jahresanfang kämpften wir mit Schnee, extremen Temperaturanstiegen innerhalb eines Tages und starken Orkanböen mit anschließender Hochwassergefahr und aktuell- mit dem Erdrutsch am Burgweg. Es ist anzunehmen, dass diese Wetterkapriolen aufgrund der Erderwärmung zunehmen. Umso wichtiger ist es uns, dass wir bei den Renaturierungen einzelner Bäche und Flüsse nicht vorwiegend darüber diskutieren, wie teuer die Maßnahmen sind, sondern wie die Schrambergerinnen und Schramberger am besten vor Hochwasser und anderen Naturkatastrophen geschützt werden können. Das Beispiel Kirnbach zeigt, dass die Renaturierung bereits Schäden verhindert hat.

 

Auch müssen wir dringend daran arbeiten, dass Schramberg seinen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leistet.

 

Bleiben wir noch bei den vielen guten Ansätzen im Haushalt 2018- und wechseln in den Stadtteil Tennenbronn.

 

Gott sei Dank ist in Sachen Freibad Bewegung bekommen. Nach vielen hitzigen Debatten 2017 sind nun die Eckpfeiler benannt und sollen in einer Veranstaltung im Februar den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt werden. Ob danach noch einmal Korrekturen vorgenommen werden müssen, bleibt abzuwarten. Jedenfalls ist uns

der Erhalt des Bades über 4 Millionen Euro wert. Das ist für eine Stadt in der Größe Schrambergers keine Kleinigkeit und muss an anderer Stelle erst einmal wieder hereingewirtschaftet werden.

 

Dazu stehen wir im Gemeinderat, auch wenn unsere Fraktion gerne noch die eine oder andere Attraktion für Jugendliche gerne gehabt hätte.

 

Das zweite Tennenbronner Großprojekt- eine neue Festhalle- muss in 2018 von der Planung her vorangetrieben werden, entsprechende Mittel dafür sind im Haushalt eingestellt.

 

Erfreut sind wir darüber, dass wir seit 1.1.18 für Tennenbronn mit Lutz Strobel wieder einen Ortsvorsteher haben. Wir wünschen Ihnen, Herr Strobel, viel Erfolg für diese Aufgabe und die bevorstehenden Großprojekte. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

 

Ein Blick auf Waldmössingen zeigt, dass auch dort 2018 einiges voran geht. Die Innenentwicklung des Stadtteils geht weiter, die Grundschule wird saniert, eine neue Konzeption fürs Römerkastell ist geplant. Zudem zeigt sich Waldmössingen im Herbst pulsierend und lebendig mit einer Gewerbeausstellung, auf die wir uns jetzt schon freuen.

 

Was hält das Haushaltsjahr 2018 sonst noch bereit? Nun- ich glaube, wir können zufrieden sein, dass es uns gelungen ist, Investoren für Teile des Krankenhausareals zu gewinnen. Hier dürfen wir gespannt sein, wie sich dieses Gelände verändert. Mit der Beantragung eines Sanierungsgebietes „Bühlepark“ sind jedenfalls erste Schritte getan, um neue Nutzungen zu ermöglichen.

 

Jetzt müssen wir die Entscheidung des Regierungspräsidiums Freiburg abwarten, ob das Sanierungsgebiet so genehmigt wird.

Auf dem Sulgen geht’s im Baugebiet auf dem Schoren in der Planung des zweiten und dritten Bauabschnitts voran. Betonen möchte ich für unsere Fraktionsgemeinschaft, dass wir grundsätzlich bei Grundstücksverhandlungen erwarten, dass alle mit entsprechendem Respekt und dem nötigen Fingerspitzengefühl und größtmöglicher Transparenz für die Betroffenen geführt werden.

 

Für die Talumfahrung stehen wir in den Startlöchern und warten auf die Entscheidung des Landes, die wohl aufs Frühjahr 2018 verschoben wurde. Unser Signal, im Haushalt 250 000 Euro für Planungen der Talumfahrung einzustellen, ist deutlich. Hoffen wir, dass das Land in seiner Priorisierung die Notwendigkeit der Umfahrung erkennt.

 

Gespannt sein dürfen wir auch auf das neue Uhrenmuseum in den Terrassenbauten der Geißhalde. Ich selbst konnte mir beim Geburtstag von Ehrenbürger Dr. Steim, schon einen kleinen Eindruck davon verschaffen, was uns im neuen Museum erwartet. Ich kann nur sagen: ein sehr gelungenes Projekt, das unsere Museumslandschaft um eine neue Attraktion bereichern wird. Herrn Dr. Steim schicken wir an dieser Stelle die herzlichsten Genesungswünsche.

 

Bedauerlich finden wir den Weggang von Frau Ditzig-Schicht aus dem Stadtmuseum. Wir hätten uns gewünscht, dass wir in Sachen Museumskonzeption nun mit einer vollen Besetzung schnell vorankommen. Nun verlieren wir wertvolle Zeit in der Arbeit an der Museumskonzeption, in der Konsequenz auch bei der noch abzuarbeitenden Ausstellung zur Industriegeschichte, die bedauerlicherweise nicht, wie vom Gemeinderat gefordert 2018 eingeplant ist, sondern auf 2019 verschoben wurde. Ohne Gesamtkonzept wird es wiederum nicht möglich sein, die Museumslandschaft touristisch weitreichend zu vermarkten. Schade!

 

Was das ehrwürdige, nun im Besitz der Stadt befindliche Lichtspielhaus angeht, sehen wir die baulichen Herausforderungen, die es nicht zu unterschätzen gilt. Wir sehen aber auch gute Chancen, daraus etwas Tolles zu etablieren. In diesem Zuge ist es wünschenswert, die bereits vorhandenen Pläne zur Aufwertung der angrenzenden Friedrich-Ebert-Anlage mit dem Hauser-Brunnen umzusetzen.

 

Bleiben wir beim Positiven: Wir begrüßen die Schaffung der Stellen im Haushalt 2018 von weiteren Erzieherinnen in den Kitas, aber auch die neuen Stellen als Integrationsbeauftragten, die sich um viele geflüchtete Menschen in Schramberg und Umgebung kümmern und ihnen und allen in der Integrationsarbeit ehrenamtlich Tätigen hoffentlich gute Stützen in allen Belangen sein werden.

 

Hier gebe ich dem Astrologen Recht, der Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Intuition als Stärken in unserer Stadt sieht. Diese gilt es hervorzuheben und zu betonen, wo immer das möglich ist. Nicht von ungefähr kommt es, dass wir in Schramberg ein friedliches Miteinander schätzen und gleichzeitig die sicherste große Kreisstadt im Regierungsbezirk Freiburg sind.

 

Nun meine Damen und Herren, bei all den guten Ansätzen im Haushalt 2018 komme ich nun zu Aspekten, die uns sehr nachdenklich stimmen und die für uns noch nicht abschließend gelöst sind.

 

Vielleicht erinnern Sie sich an meine Worte zur Finanzlage: Auf den ersten Blick haben wir eine gute finanzielle Ausgangslage mit einem kleinen Überschuss. Genau! Ein kleiner Überschuss, der aufgrund der bevorstehenden Aufgaben und Projekte schnell aufgebraucht ist und der nicht darüber hinweg täuschen darf, dass wir in den nächsten Jahren kräftig an unsere Rücklagen gehen und neue Kredite aufnehmen müssen.

 

Deshalb wäre es aus Sicht der SPD/Buntspecht Fraktionsgemeinschaft ein großer Fehler, wenn wir, wie es in den anderen Fraktionen schon angedeutet wurde, den Konsolidierungskurs verlassen oder vernachlässigen und den Kämmerer dazu auffordern, uns „realistischere“ Zahlen zu geben. Eine vorausschauende Planung und das Prinzip des vorsichtigen Kaufmanns sind für die Entscheidungen innerhalb unserer Fraktion ein absolutes Muss.

 

Wir wollen keine geschönten Zahlen, die den Haushalt am Ende besser dastehen lassen als er wirklich ist. Wir müssen uns darauf verlassen können, dass die Verwaltung sehr wohl im Blick hat, welche negativen Entwicklungen Einfluss auf den städtischen Haushalt haben können und wie fehlende Umlagen oder Einbrüche im Steueraufkommen aufgefangen werden können.

 

Deshalb müssen wir auch 2018 genau hinschauen, wofür wir das Geld ausgeben und wie wir zu neuen Einnahmen kommen.

 

Wenn ich nun an die Aufwendungen denke, die wir aufgrund einer schlechten Infrastruktur im ländlichen Raum haben, stimmt mich das sehr nachdenklich.

 

Wir bezahlen beispielsweise im Jahr 2018 38 000 Euro dafür, dass Schülerinnen und Schüler aus Tennenbronn morgens zur 1. Stunde pünktlich in Schramberg sein können und weitere 8000 Euro dafür, dass Kinder aus einem Außengebiet überhaupt mit einem Bus die Grundschule in Tennenbronn erreichen können. Wir unterstützen das ehrenamtliche Engagement des Bürgerbusvereins, der mehr Mobilität ermöglicht. All dies nur deshalb, weil der ÖPNV nicht entsprechend ausgebaut ist. Wir brauchen gerade in der ländlichen Region einen starken ÖPNV, der uns als Stadt entlastet und nicht finanziell zusätzlich belastet.

 

Dass Infrastruktur aber auch nicht immer nur viel Geld kosten muss, haben wir beispielsweise mit unseren Anträgen zum Mitfahrerbänkle zwischen Schramberg und Tennenbronn und auch mit der Benennung des ehrenamtlichen Radbeauftragten Gunnar Link gezeigt.

 

Nachdenklich stimmt uns weiterhin die Tatsache, dass wir auch in 2018 wieder Geld ausgeben müssen für das kurzfristige Einrichten zusätzlicher Kindertagesstätten-Gruppen.

 

Bereits in der vergangen Haushaltsrede haben wir ein fehlendes Gesamtkonzept angemahnt. Dies fehlt immer noch. Wie kann es beispielsweise sein, dass man die Kita Oberreute vor etwas mehr als 3 Jahren eröffnet hat und jetzt schon wieder für über 400 000 Euro für weitere Gruppen anbauen muss?

 

Ähnlich sieht es mit dem Don Bosco Kindergarten aus. Seit Jahren fordern wir eine Verbesserung des dortigen Zustandes. Schon für 2017 haben wir Haushaltsmittel für eine Containerlösung eingestellt. Bis heute stehen weder Container noch sonstige Verbesserungen. Das darf nicht sein.

 

Immer wieder werden Maßnahmen vertagt und verschoben, weil es kein schlüssiges Gesamtkonzept in der Kinderbetreuung gibt. Auch für das JUKS sollten wir mittelfristig darüber nachdenken, ob es nicht andere Räumlichkeiten zur Unterbringung gibt.

 

Ähnlich traurig sieht es in der Diskussion um den Schulcampus aus.

Zwar haben wir uns bereits im September nach langem Ringen für den Erhalt des Schulverbundes und den Schulstandort in Schramberg ausgesprochen, was für alle Gemeinderatsfraktionen und Gruppen mit einer großen Kompromissbereitschaft einherging.

 

Wir brauchen jetzt dringend ein gutes Raumkonzept, Pläne, und konkrete Zahlen, damit uns andere Schulstandorte nicht den Rang ablaufen.

 

Auch in Bezug auf die Berneckschule stehen wir vor großen räumlichen Herausforderungen, die aktuell noch nicht gelöst sind. Es war unsere Fraktionsgemeinschaft, die schon frühzeitig entsprechende Anträge eingebracht hat, sich um Lösungen zu kümmern. Aber auch hier stockt die Planung.

 

Wir geben ständig Geld für kurzfristige Zwischenlösungen aus, die aber als dauerhafte Lösungen nicht funktionieren. So investieren wir immer wieder, ohne einen langfristigen Nutzen zu haben. Mit Verlaub, aber das kann doch nicht unser Ziel sein.

 

Wenn wir weiter auf das blicken, was im Haushalt fehlt, landen wir schnell bei den Bürgerinnen und Bürgern, die nur wenig Geld zur Verfügung haben. Unserer Fraktion ist es daher ein großes Anliegen, den Sozialwohnungsbau im Jahr 2018 genauer in den Blick zu nehmen. In diesem Bereich tut sich aktuell nichts in Schramberg. Hier müssen wir prüfen, wie die SWB (Schramberger Wohnungsbaugesellschaft) dieses Thema verstärkt bearbeiten kann.

 

Zwangsläufig landen wir jetzt beim nicht optimal gelösten Thema Investitionen. Auch in 2018 sind viele Bauprojekte und Maßnahmen geplant, die wir vermutlich am Jahresende wieder nicht umgesetzt haben werden. Dies zeigt einerseits, dass wir uns zukünftig Gedanken darüber machen müssen, an welchen Stellen zusätzlich Personal in der Stadtverwaltung benötigt wird und wie wir die vorhandenen Personalkräfte bestmöglich in ihrer Arbeit unterstützen können. So wollen wir unseren Antrag zum Personalentwicklungskonzept verstanden haben.

 

Es zeigt aber auch, dass wir manchmal zu hohe Erwartungen haben und uns dadurch verzetteln. Bedenklich stimmt uns das, wenn wir den Artikel „Einwohnerschwund lässt Ausgaben massiv steigen“ aus „Der neue Kämmerer“ vom 5. Januar 2018 ernst nehmen, auch wenn seit 2013 die Einwohnerzahl leicht gestiegen ist. Auf Datengrundlage der Statistischen Jahrbücher des Deutschen Städtetags aus den Jahren 1950 bis 2012 für alle Gemeinden mit mehr als 20 0000 Einwohnern wurde herausgefunden, dass schrumpfende Gemeinden häufig einen drastischen Anstieg an Pro-Kopf-Ausgaben haben. Ebenfalls betroffen sind Gemeinden, die bei Investitionen sparen. Übertragen auf Schramberg- wenn wir nicht in Kindertagesstätten, Schulen, Infrastruktur, Wohnungsmarkt etc. investieren, verlieren wir Einwohner, die wiederum zu einer höheren Pro-Kopf-Ausgabe führen. Eine Spirale, die es zu durchbrechen gilt.

 

Mit ein paar letzten, kritischen Gedanken komme ich langsam zum Ende unserer Stellungnahme. Bei all der Planung und den vielen Zahlen für Schramberg muss es uns immer gelingen, die Menschen in dieser Stadt mitzunehmen und einzubinden. Jugendbeteiligung, Bürgerbeteiligung, Anfragen von Bürgern- aber auch kritische Äußerungen, Sorgen, Ängste und Nöte von Menschen in dieser Stadt müssen wir ernst nehmen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Gelingt uns dies, so werden wir für unsere Ideen auch viele Schrambergerinnen und Schramberger gewinnen.

 

Damit uns dies auch im Jahr 2018 wieder gelingt, braucht es ein gutes, konstruktives Miteinander zwischen Bürgern, Verwaltung und Gemeinderat. So möchte ich an alle Schrambergerinnen und Schramberger appellieren, das Miteinander zu fördern und nicht die Unterschiede immer wieder gebetsmühlenartig zu betonen. Ganz gleich ob Talstädterin, Sulgener, Heiligenbronnerin, Waldmössinger, Schönbronnerin, Tennenbronner, Zugezogene oder Einheimischer: Gemeinsam sind wir stark und nur gemeinsam schaffen wir es, uns den Herausforderungen 2018 zu stellen.

 

Zum Schluss unserer Stellungnahme möchte ich allen meinen Dank aussprechen, die sich für unsere Stadt, für Schramberg in irgendeiner Art und Weise eingesetzt haben.

 

Unsere Fraktionsgemeinschaft wird dem Haushalt 2018 zustimmen.

 

Herzlichen Dank.

 
 

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